2007-12-30

Dezemberhimmels Ende ...

Von schakim @ 14:51 [ Divers ]



Der dunkle Dezemberhimmel
nähert sich dem Ende,
er will sich ins neue Jahr
wie Seidenraupen legen
mit Wünschen, die Menschen
und Schmetterlinge farbig mögen.
Bestimmt: Orchideenblüten
öffnen sich wie Hände ...
Da kratzt sich ein Mensch am Kopf
und meint: "Gedanken springen
hinaus in die Welt -
Ihr Wunsch: Den Himmel zu durchdringen!"


Schakim

2007-12-29

Der Kopf des Jahres

Von schakim @ 11:00 [ Divers ]



Der Kopf des Jahres steht auf einem hohen Turm.
Ich finde das ein bisschen übertrieben.
Er hält dort Stand und überwindet jeden Sturm,
ganz stoisch wahrt er seinen Seelenfrieden.
So hin- und wieder fliegt ein Vogel zu ihm hin,
dann denkt ein Schöngeist still für sich: Jetzt gibt's ein Nest.
Was bleibt, das ist ein windverwehter Schmetterling,
der sich auf ihn wie Träume einfach fallen lässt.


Schakim

2007-12-28

Der Kampf zum Sieg

Von schakim @ 08:50 [ Divers ]



Angespannt ist jede Sehne,
explosiv die Reaktion.
Ob ich mir den Mut entlehne?
Irgendwann? Wer weiss das schon.

Niemals einen Kampf verlieren!
Sieger sein! So stehn im Ring!
Alle sollen gratulieren!
Ja! So ist er! So sein Ding!

Bilder auf der Brust, nicht Haare,
glänzen frech im Rampenlicht.
Und er sammelt über Jahre
einen Haufen Zuversicht.

Gegner mäht er einfach nieder.
Blaue Flecken ziern die Tat.
Siegerposen - immer wieder -
Welch ein Taumel! Welch ein Bad ...

Und dann noch die vielen Frauen -
Kämpft er vielleicht auch um sie?
Stärkt das nicht sein Selbstvertrauen?
Manchmal sicher - irgendwie ...

Wenn er nach dem ganzen Festen
sich durch seine Träume quält,
bleibt er bei den Allerbesten,
hat niemals sein Ziel verfehlt ...


Schakim

2007-12-27

Winterzauber

Von schakim @ 11:36 [ Divers ]



Ich wandere mit vielen Winden,
ich wandere durch eine Winterlandschaft, weit.
Versuche nicht, mich dort zu finden,
ich möchte vor der Welt erblinden,
nur Zauber in die Seelen streuen, wenn es schneit.

Ich spüre, wie der Schnee den Händen
die eisigen Skulpturen aus dem Herzen lockt.
Ich werde kaum das Werk vollenden,
ich lasse es in sich bewenden
und suche nur die Ruhe, wo der Atem stockt ...

Womöglich sind es alles Dichter,
die in der tief verschneiten Landschaft staunend stehn.
Sie zünden durch ein Wort die Lichter
der Seelen an und denken sich: Nun spricht er,
der Mensch und kann erst jetzt durch seine Stille gehn.


Schakim

2007-12-25

Tage wie Blumen

Von schakim @ 11:22 [ Divers ]



Tage legen sich wie Blumen in ein Beet
und ich rufe: Sieh, die Kälte, wie sie ruht!
Alle Bäume schmückt sie mit dem Glitzerhut!
Wie es funkelt, wenn der Wind darüber weht!

Wie bizarr die kleinen Eiskristalle sind!
Langsam schmilzt die Pracht im Sonnenlicht dahin.
Zeit zu haben, Sehen lernen macht jetzt Sinn!
Manche sind in ihrem Dasein ewig blind ...

Hast du in des Tages Tiefe schon gehört?
Lockt er nicht mit einer Silberstimme, fein?
Sind nicht alle diese Zaubertage dein?
Ist es nicht der Reiz der Landschaft, der betört?

Wend dich nicht vor kalten Tagen einfach ab!
Schwimm durch diese wie ein junger, grauer Schwan!
Lächeln kannst du! Fang am besten heute an!
Wie du weisst, geschenkte Zeit, sie ist oft knapp ...


Schakim

2007-12-24

Der Garten der Sterne

Von schakim @ 17:23 [ Divers ]



Der Garten der Sterne ist glitzernd erwacht.
An Weihnachten will er mit Lichtern nicht sparen.
Er leuchtet und funkelt - vergängliche Pracht!
Dazu noch der Vollmond am Himmel, dem klaren.

Gefroren, zertrampelt, so ruht jetzt das Gras.
Es kennt noch vergangene Sommergeschichten:
Das Ballspiel der Kinder, Gelächter und Spass -
Im Frühling beginnt es, sich wieder zu richten.

Besinnlich, so sollte jetzt Weihnachten sein,
für jeden ein wärmendes Herz zum Liebkosen!
Auf stetiger Suche zum heiligen Schein
entdeckt man den Zauber der gläsernen Rosen.


Schakim

2007-12-23

Angesengt

Von schakim @ 20:37 [ Divers ]



Oh, Lebensbaum, nun bist du wieder angesengt,
du findest keine "Heimat" in der Winterwelt.
Die ruhelose Seele wird hinausgedrängt,
als wär sie eine Süsskartoffel, die man pellt.
Es gibt zu viele Dinge, welche irre führen,
du suchst sie nicht und läufst trotz allem immer hin.
Und dabei kratzt du dich verlegen oft am Kinn
und lächelst so, als wollten Engel dich berühren.

Bekannte Gärten sind dir plötzlich unbekannt.
Die Menschen um dich werden Schatten mit Kontur.
Du spürst - wo keiner ist - den grossen Sonnenbrand
und jeder Spiegel zeigt dir eine Traumfigur.
Du stellst zum Jahresende hin zig tausend Fragen
und weisst, sie werden immer ohne Antwort sein.
In einer Menschenmasse fühlst du dich allein -
Ein Baum muss wachsen, will er alle überragen!


Schakim

2007-12-22

Dem Strom entwischt

Von schakim @ 20:15 [ Divers ]



Heldenmut? Ich kann ihn nicht erkennen.
Er ist dem Strom entwischt, verzichtet auf den Thron!
Alte Dinge sind's - er muss sich trennen!
Und fällt's auch reichlich schwer, vorbei - was ist das schon?

Wasser fliesst. Er schwamm in dem Gewässer
vorbei an manchem Angelhaken, frei und wild.
Plötzlich aber dacht' er wohl: " 's ist besser,
sich trocknes Land zu suchen und ein andres Bild."

Niemand sollte ihn dabei begleiten.
Und viele dachten laut: "Das ist ja unerhört!" -
Über alles kann der Mensch sich streiten,
am meisten wohl, sobald ihn Ungewohntes stört.

Heldenmut? Ich kann ihn nun erkennen.
Entscheidend ist doch, dass man seine Wege geht!
Durchblick braucht es dort, wo Feuer brennen,
und Handeln, weil sonst alles bald in Flammen steht ...


Schakim

Den hat's erwischt ...

Von schakim @ 10:39 [ Divers ]




Jetzt will ich fliegen in mein Reich,
hinweg und über jeden Strauch.
Die Kälte packt, der Morgen auch -
Der Winter spielt den ersten Streich:

Er klirrt und grüsst mit eis'ger Hand.
Das Herz verwehrt ihm einen Blick.
Es wünscht den Sommer sich zurück
mit Glut am Horizont und Brand.

Gefunkel bringt der Landschaft Pracht,
das Leben wird neu aufgetischt.
Und hat es einen mal erwischt,
dann sieht man Sterne wie bei Nacht.


Schakim

2007-12-21

Schweigende Frösche

Von schakim @ 08:32 [ Divers ]



Was ist das nur für ein Leben,
wenn ein Fröschlein einfach kneift?
In die Stratosphäre schweben,
wo man nach den Wolken greift?

Kann es sein, du bist ein Mann,
vegetierst dahin als Leiche -
Alles fing ganz harmlos an -
Jeder stellt sich seine Weiche.

Manche Pläne - irgendwie -
muss man eben auch vernichten
oder neue schaffen - sieh!
Frösche schweigen, wenn sie dichten ...


Schakim

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