2008-02-29

Die Palme

Von schakim @ 08:39 [ Divers ]



Die Palme ist nicht diese Sehnsucht
und auch der Strand nicht mit dem Sonnenuntergang.
Der Mensch betreibt nur manchmal Stadtflucht
und findet sich in Träumen wieder - Tage lang.

Es ist vermutlich nicht, das, was du meinst.
Auch wenn es dich berührt
und in die Stille führt.
Mir scheint, als ob du heimlich eine Träne weinst.
Es ist das Schicksal vieler,
welches mich zu Worten rührt.

So wächst die Palme immer wieder
aufs Neue in einen wolkenfreien Himmel, türkisblau.
Ein Strudel schluckt die vielen Lieder
und mittendrin begeistert sich ein Kabeljau.


Schakim

2008-02-28

Zecken

Von schakim @ 09:12 [ Divers ]



Sie tragen alle - bald verwunschen - einen Namen -
Die Zecke saugt sich fest mit einer Melodie.
Längst voll getrunken denkt sie später:"Ja, sie kamen
einfach hier vorbei - Ich weiss nicht wie!
Ich hatte mich an ihre Schulter angelehnt,
verwöhnte sie mit meinem Herz und meinen Küssen.
Bei aller Liebe aber fehlt mir das Gewissen.
Sie tropften mich zu voll. Ich wurde überdehnt.

Ich liebte meine Opfer! Ja! Ich liebte alle!
Sie nährten mich auf Zeit für eine Ewigkeit.
Es war ein Auf- und Ab - Ihr kennt die Intervalle -
Letztendlich fühlt' ich mich von Sorgen oft befreit!
Mein Liebeshunger wurde wie ein Traum zersägt.
An zu Bekanntes wollt' ich mich nicht länger schmiegen.
Ich saugte mich an einem Vogel fest zum Fliegen -
Es ist sein Daunenkleid, das mich zur Sonne trägt. "

Mir scheint, die Zecke findet immer ihre Opfer,
sobald sie hungrig ist, da öffnet sich ihr Mund.
Was gestern war, das wird zu Staub. Der Teppichklopfer
bewirkt mit jedem Schlag ein Durcheinander und
ein kurzes Glitzern durch die klare, blaue Luft.
Das Leben zeigt, man kann auch seine Zeit vergeuden
und gibt gern Auskunft über seine kleinen Freuden.
Die Zecke - in Erinn'rung - aber bleibt ein Schuft ...


Schakim

2008-02-27

Samar

Von schakim @ 08:11 [ Divers ]



Wer ist der Mond,
der über deinen Rücken gleitet?
Wer ist der Himmel,
der sich in deinem Herzen weitet?
Mit wem wohl
willst du denn im Schatten dieses Monds zerfliessen,
den Quarzsand mit den Winden flüstern hören und geniessen?
Die Nächte zeigen ihre wahre Grösse in den Träumen,
sobald sie wie ein Milchschaum über den Gefässrand schäumen.


Schakim

2008-02-25

Filipo

Von schakim @ 14:49 [ Divers ]



Filipo wachte auf: Welch Luft!
Und welcher frühlingshafte Duft
an seiner Nase kitzelte ...
Die Sonne schien und witzelte:

"Filipo, komm, ich lad dich ein!
Heut ist dein Tag zum Fröhlichsein!"
Beseelt von dem Gedanken nun,
da schien es, konnt' er kaum mehr ruhn.

Er suchte einen hellen Fleck,
verliess schnurstracks sein Bett-Versteck,
noch während Oma häkelte
und sich zur Sonne räkelte.

Ein Kätzchen streifte seinen Weg -
Welch Morgen! Welch ein Privileg,
zu lauschen diesem Dingsbums da.
Er sang ganz fröhlich "Fallera ..."


Schakim





2008-02-24

Schokoladeseelen

Von schakim @ 11:55 [ Divers ]



Schokoladeseelen wandern
und sie werden häppchenweise
tief im Körperdunklen einquartiert.
Manchmal fliegen sie zu andern
und verschwinden auf der Reise,
doch wie immer ist nicht allzu viel passiert:

Nun, wer will sich denn vergnügen?
Und wer will in Träume fallen?
Es verschwinden Spieler und Figur.
Denn sobald Gewichte siegen
und die Seelen sich zum drallen
Ungetüm verformen wider die Natur,

da benehmen sich ganz fremde Leiber
wie vor einem Haufen Unrat Schnatterweiber.


Schakim

2008-02-22

Deine eigne Welt

Von schakim @ 09:19 [ Divers ]



Du lebst in deiner eignen Welt,
sobald du die Gedanken liest
und etwas in dir fliesst.
Du sitzt am Frühstückstisch und lachst
in eine Kerzenflamme leis.
Das Wachs ist flüssig heiss.
Egal, was aus dem Denken wird ...
Der Docht versinkt, das Licht geht aus.
Der Tag ruft dich hinaus.


Schakim

2008-02-21

Tropfendes Lachen

Von schakim @ 15:26 [ Divers ]



Aus all den vielen Tropfen plätschern Namen,
und einer dieser Tropfen trägt auch deinen.
Als wollten frühlingswärts die Wiesen keimen,
beginnen Bilder sich ins Hirn zu weinen,
versinken in der Stille und erlahmen.

Ich möchte dieses eine Lachen haben
und diesen Tropfen mit den vielen Kreisen.
Auf Wolken klettern will ich und verreisen
und wie ein Sonnenstrahl am Kirchturm gleissen.
Ich bin ein Rabe unter vielen Raben.

Ich will mich nicht an kahle Äste klammern -
Man sagt, das Lachen muss man sich verdienen.
Mit jedem Tropfen fliessen heit're Mienen
und ebenso das kleine Glück mit ihnen.
Wer denkt, jetzt müssten diese Tropfen jammern,

der irrt gewaltig, denn sie wollen spielen.
Ein Tropfen ist ein Tropfen unter vielen ...


Schakim



Betrachtungsweise

Von schakim @ 09:10 [ Divers ]



Ich weiss nicht, soll ich lachen oder weinen?
Die Pfauenaugen glitzern aus den Steinen,
sobald ein feiner Regen sie besprüht
und kurz darauf die Sonne glüht.

Die Menschen gehen ohne Farben weiter -
Es scheint, als wär der Teufel ihr Begleiter,
der sie - wie Igel stechen mögen - zwickt
und sie von einem Ort zum andern kickt.

Gedanken färben ein Gesicht wie Butter,
und bald schon überzieht es Vogelfutter -
Ein Streuselkuchen ist nicht immer rund,
Gedanken aber sind stets bunt.

Es gibt die Laune, welche morgens leise,
zur Tür hinausschleicht, um auf ihre Weise
den Tag mit Samthandschuhen zu berührn.
Sie will ihn einfach anders spürn ...


Schakim

2008-02-20

Versteckt im Gras

Von schakim @ 08:44 [ Divers ]



Dort, wo der Morgen blutetet,
den Wind gefangen hält,
man mich kaum je vermutet,
entdeck ich meine Welt
mit jedem kleinen Wurm.
Ich werd ihr Aussichtsturm:

In letzten Atemzügen
entgeht nichts ihrem Blick.
Genuss - das ist Vergnügen
kurz vor dem Tod - mein Trick!
Wer denkt dabei an Spass,
versteckt im hohen Gras ...



Schakim

2008-02-19

Stumpf

Von schakim @ 21:29 [ Divers ]



Noch geht der Winter ein- und aus,
und auch der Spinne ist's zu kalt -
Die Leute aber treibt's hinaus
in einen aufgewachten Wald ...

Der Frühling nähert sich schon bald -
Mir ist's, als ob er ferne singt -
Doch lahmt er noch und hinkt.

Ein Krokusteppich färbt die Flur.
Die Sonne spendet erste Kraft -
Im Umbruch zeigt sich die Natur,
die Bäume füllen sich mit Saft.

Ein dichter Morgennebel pafft,
begeistert mich mit seinem Trumpf.
Erinn'rung hängt am Stumpf.


Schakim

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