2008-05-19

Das Glück kann warten ...

Von schakim @ 15:09 [ Divers ]



Ich sage dir, das Glück kann warten,
zu viel an Glück betäubt doch nur die Welt!
Ich pflanze lieber einen Rosengarten,
der auch in hundert Jahren noch gefällt.

Ich sehe Blumen niemals trauern,
es ist der Mensch, der diese Stimmung trägt -
Wie Efeu über alten Gartenmauern
zerfurcht sich sein Gesicht und wird geprägt.

Ich sage dir, das Glück verstecken,
wenn einer es gefunden hat, ist schwer,
denn alle werden es an ihm entdecken -
Er scheint darin zu schwimmen wie im Meer.

Doch weiter treiben es die Wellen,
als wär's ein kleines, schmuckes Segelboot.
Und ungebremst - so muss es wohl zerschellen -
empfindet mancher bald sein Glück als grob.

Ich sage dir, das Glück kann warten,
ich gehe keinen grossen Schritt dafür.
Ich bin die Blume in dem Rosengarten
und wachse, wenn du schaust, vor deiner Tür ...


Schakim


2008-05-09

Wie man ein Frühlingsgedicht schreibt

Von schakim @ 23:09 [ Divers ]



Man nimmt sich Farben aus den Miniteichen.
Man sammelt schnell Gedankenblitze ein.
Dann lässt man sich das Herz mit Farbe streichen
und kippt die Sonne in ein Glas voll Wein.

Mit froher Laune über Felder wandern,
das kann man hinterher dann spielend leicht.
Die schönsten Worte wählt man für die andern,
so wie ein Frosch in seinen Tümpel laicht.

Sich selber eine kleine Freude machen,
das ist ein Schritt, der erst gelingen muss.
Man schreibt die Seele frei und köpft den Drachen -
Dann blüht sie aus dem Herz, die Zaubernuss.


Schakim


Die Wochen stehen still

Von schakim @ 08:18 [ Divers ]



Die Wochen stehen still. Die Sonne wandert weiter.
Gedanken häufen sich im Kopf - zum Bersten voll.
Die Aktenberge türmen sich mit einem Reiter.
Auf allem lastet eine Schwere voller Groll.

Zum Glück verströmen Blumentöpfe ihren Duft.
Die Pflanzen quellen nur so vor den schmucken Türen.
Ein Fenster öffnen kann man immer, um die Luft
mit ihrer Frische einzuatmen und zu spüren ...


Schakim

2008-05-08

Der Nasenring

Von schakim @ 09:09 [ Divers ]




Natürlich muss es sein und kunstvoll auch.
Das Stück ziert Ohren, Nasen, Lippen Bauch.
Es blitzt und glänzt mit jedem Sonnenstrahl,
nur auf der Zunge stört es oft beim Mahl.
Erinnern kann man sich noch an den Zoo,
da trugen Tiere das Metall - nicht froh -
Die Freiheit heute aber ist perfekt
mit diesem Nasenring, nach dem sich jeder streckt ...

(Nur manchmal frag ich mich: "Oh, muss das sein,
viel besser stünde so ein Ring dem Schwein ...")


Schakim

2008-05-07

Die Gänseblümchenwachparade

Von schakim @ 23:20 [ Divers ]



Ein Blümchen blitzt im Gras. Man tritt darauf.
Und manchmal streift's sogar die nackte Wade.
Es steht auf seinem Stängel bolz gerade
und lacht als Gänseblümchenwachparade -
Es bildet ganze Teppiche zu Hauf.

Die wilden Blümchen stehen stramm und steif.
Sie lenken Träume auf die neuen Bahnen.
Man rupft die Blättchen aus und denkt sich Namen.
Das lange Rupfen lässt den Wunsch erlahmen -
Die Träume sind vermutlich noch nicht reif.

Am Gänseblümchen freut sich auch das Wild.
Es lässt sich kaum beim grossen Fressen stören,
versucht man auch wie Hirsche laut zu röhren.
Die Blümchen sind es scheinbar, die betören.
Wer kennt es nicht, das Gänseblümchenbild ...


Schakim

Empor

Von schakim @ 13:37 [ Divers ]




Wo sind die Stadtpoeten? Der Himmel leuchtet blau.
Im Park verzwitschern Vögel Zeit. Die Häuser streben grau
empor zu weissen Wolken. Ich schaue auf die Uhr.
Wo sind die Stadtpoeten? Wo find' ich ihre Spur?

Gedanken spuken mir im Kopf; ich wälz sie heftig um.
Die Weisheit schlüpft in Regenrinnen - ach! Verflixt! Wie dumm!
Der Himmel malt sein eignes Bild - beseelter Augenblick.
Empor ziehn Sonnenhände - ein altbekannter Trick ...

Der Wind bläst in das Gold vom Hahn, der auf dem Kirchturm sitzt.
Da steh ich, blick empor zu ihm und staune wie er blitzt.
Auf einem grossen, weissen Kreis - man nennt es Zifferblatt -
verschieben sich die Zeiger - poetisch wird die Stadt.


Schakim


Kein Bock

Von schakim @ 09:12 [ Divers ]



"Ich habe heute keinen Bock",
sagt sich der Frosch und legt sich platt.
"Kultur verpasst mir einen Schock -
Viel näher steht mir da der Teich,
ein kleines Stückchen Himmelreich,
mit zart verspieltem Mückentanz -
Ich seh mich täglich daran satt -
Libellen flügeln voll im Glanz
der Sonne und mich packt die Wonne!"


Schakim

2008-05-06

Blütenschnee

Von schakim @ 13:42 [ Divers ]



Den Blütenschnee zu halten fällt uns schwer -
Ein Lächeln gräbt sich in die Wangen
und wird von Frühlingswinden aufgefangen.
Wo kommen nur die vielen Mücken her?

Sie haben einen Winterschlaf gemacht.
Jetzt drängeln sie und möchten stechen.
Sie formen Trauben, zeigen keine Schwächen.
Der blaue Himmel saugt sie ein und lacht.

Die Bienen aalen sich im Blütenstaub,
doch keine dieser Blüten möchte bleiben,
sie fliegen, lassen sich vom Wind vertreiben,
verfangen sich und leuchten aus dem Laub.

Das Lächeln glättet sich. Der Zauber bleibt
für einen Augenblick zum Träumen.
Ein Duft entströmt dem jungen Grün an Bäumen,
das unsre Wünsche heimlich unterschreibt.


Schakim

wedernoch

Von schakim @ 08:24 [ Divers ]



Nun, jammere mal nicht!
Kein Vogel und kein Fisch
serviert sich auf dem Tisch
und dampft als warm Gericht.

Das ist vielleicht brutal -
Wär Beton mischen Wahl,
dann gäb's ein hartes Mahl -
Für Zähne eine Qual.

Ich bin nicht kompetent,
vergreife mich im Wort
zur falschen Zeit am Ort,
wo Unsichtbares brennt.

Im Leben braucht es Mut -
Den wünsch ich dir, mein Kind!
Schwimm gegen Strom und Wind.
Fisch, wärm dein kaltes Blut!


Schakim

2008-05-05

Worte liegen auf der Strasse

Von schakim @ 13:52 [ Divers ]



Worte liegen auf der Strasse -
Leute fahren drüber, trampen drauf.
Für die Worte scheint es eine Strafe;
sinnentleert - das hält kein Wort für lange aus.

Wischmaschinen kehren drüber,
hinterlassen einen saubern Weg.
Doch das Wort wird nicht gefüger,
meint zu seinem Nachbarn: "Endlich geht's, ich kleb!"



Schakim

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