2008-09-29

Lausebengel

Von schakim @ 11:07 [ Divers ]



Ein Lausebengel ist stets keck,
er trägt sein Herz am rechten Fleck -
Der Schalk, der ihm im Nacken sitzt,
verziert den Mund, er lacht verschmitzt.

Die alten Leute meistens sind
verärgert bei dem Wirbelwind,
sie schätzen nicht den Schabernack -
Er kratzt zu fest an ihrem Lack ...

Auf Draht sein ist nun angesagt
und Reaktion, wenn einer klagt -
Es ist doch toll, was da passiert,
selbst wenn's die Nerven strapaziert.

Was will der Lausebengel nur?
Den Funken zünden mit der Schnur,
damit die Welt voll Fröhlichkeit
ihm bleibt als Stückchen Zeitvertreib.


Schakim

2008-09-28

Geschichten

Von schakim @ 23:13 [ Divers ]



Das Leben will Geschichten schreiben,
doch alte Bilder bleiben - bleiben!
Sie wollen keinen Tiefenrausch
und sind bereit zum Schlagabtausch.
Ich sammle Tropfen mit der Hand;
sie rinnen durch die Fingerritzen.
Der Blick, der zwischen Vorhangspitzen
hinauszieht, drängt ins Träumerland.
Nicht Gold, das einer zahlen kann,
und auch nicht diese edlen Schlitten -
Das ist nur Status, kaum ein Mann -
Ums Geld der Welt wird nur gestritten!
Die Vogelstimme krächzt schon heiser:
"Des Lebens Spuren werden leiser,
dort, wo der Schatz der Stille ruht.
Nur diese Stille wärmt dein Blut."

Und trotzdem - soll das alles sein?
Was tut man mit dem Stein im Wein?
Man nimmt ein Sieb, beginnt zu giessen,
der Trunk wird rein ins Glas reinfliessen ...
Das Leben will nun mal Geschichten,
es fragt nicht "wie" und "wo", "warum".
Es möchte dichten, dichten, dichten -
Es kennt das Zeichen nicht für "stumm".
Es zeigt die Pfützen mit den Steinen,
die Wasserperlen an den Beinen -
Die Sonne fangen kann man nicht
nur mit ihr spielen und dem Licht ...


Schakim

Linear

Von schakim @ 15:11 [ Divers ]



Ich schicke meine Träume fort,
ins Ungewisse und ans Licht -
Es ist genügsam, mein Gedicht.
Das macht das Alter und das Leben.
Man wird zum Puppenspieler eben:
Wer sagt, das muss so sein? - Es reicht!
Verwurzelt ist man an dem Ort,
wo man sich wohl fühlt und vergnügt
im warmen Arm des Lebens liegt,
und wo die Wärme keiner andern gleicht.


Schakim

Aber wo ...

Von schakim @ 00:19 [ Divers ]




Er steht blutrot, der Essigbaum -
Ich möchte seine Blätter küssen,
die von dem letzten Sommer wissen.
Da nähert sich der Tod dem Traum;
die Raben fliegen über ihm.
Sie landen plötzlich ungestüm.
Doch auf den Blättern ruht ein Glanz.
Ein leises Rauschen wie beim Tanz.
Bald hört die Farbe auf zu glühn.
Die Blätter werden niederfallen
und all die Raben weiter ziehn -
Der Herbstwind lässt die Segel wallen.
Ich fühle jetzt die Zeit, sie drängt -
Bald ist das schönste Rot verschenkt.


Schakim

2008-09-26

Gelb

Von schakim @ 15:57 [ Divers ]



Gelb die Blume, gelb der Pfeil,
gelb aus Neid und gelb nur weil
diese Farbe sonnig ist
und sich durch die Wolken frisst.

Gelber Wahnsinn, gelber Spott -
Überall der gleiche Trott -
Gelb verwarnt beim Fussballspiel
ist kaum eines Spielers Ziel ...

Wo die gelben Schilder stehn,
wissen Wanderer zu gehn.
Gelb verfärbt das Blattwerk sich,
fällt, begrüsst den Herbst und dich.


Schakim

2008-09-25

Es drängt die Zeit

Von schakim @ 22:52 [ Divers ]



Es drängt die Zeit.
Die Dunkelheit senkt sich herab.
Die Zeit wird knapp.
Der Mond steigt bergwärts
übern Rand,
er gibt der Einsamkeit
die Hand.
Längst huscht die Fledermaus vorbei.
Ein Käuzchen wirft den Schrei hinaus
aufs Sternenhaus.
Die Lichter irren still
von Haus zu Haus.
Und plötzlich drängt die Zeit nicht mehr,
denn hell erstrahlt das Lichtermeer
und zeigt die Silouette einer Stadt,
die keine Angst vor Dunkelheiten hat.
Wer träumen kann,
der schaut nicht auf die Zeit,
er schmiegt sich irgendwann
an eine Ewigkeit.


Schakim

2008-09-24

Strand und mehr ...

Von schakim @ 23:16 [ Divers ]



Ich weiss ja, manchmal wird es abends spät
und mit dem grössten Denken noch verbaut -
Dem Hirnstamm ist ein jeder Strom vertraut -
Es riecht nach frischem Gras, das einer mäht.

Ich rede mir das Meer ein und den Wind
und gehe mit dir, dort entlang am Strand.
Die grosse Welt versinkt in Mondes Silberhand.
Der nimmt die Träume mit - oft zu geschwind.

Ich will den Traum besitzen, dass er bleibt,
er darf nicht enden wie ein Glas voll Bier!
Der Strand entfernt sich aus dem Jetzt und Hier,
doch oben steht der Silbermond und schreibt

sich alles auf, damit er's nicht vergisst -
Er unterscheidet aber: Nützlich oder Mist!


Schakim

Licht und Schatten

Von schakim @ 18:04 [ Divers ]


Licht und Schatten sind mir Traum -
Immer schon gewesen -
Selbst der Wolken heller Saum
wischt sich mit dem Besen
und der Kraft des Windes fort.
Blüten lächeln still am Ort,
neigen sich im Winde,
dass es mir zum Zauber wird.
Deuten kann's der Blinde,
spürt als wär er Sonnenhirt.


Schakim

2008-09-22

Schneckenpost

Von schakim @ 09:22 [ Divers ]



Der Tag beginnt zu malen,
verklärt in Sonnenstrahlen,
indem die Gute höher steigt
mit einem Lächeln auf dem Mund, der schweigt.

Lausch herzwärts, hör das Pochen!
Es ist kein Wort gesprochen -
Im Wipfel, hoch auf einem Baum,
erklingt des Vogels Lied und füllt den Raum.

Wie herbstlich ruht der Garten,
wo viele Katzen scharrten.
Die Schnecken kriechen immer noch
und raspeln langsam sich durchs Laub ein Loch.



Schakim

2008-09-21

Wellenspiel

Von schakim @ 11:34 [ Divers ]



Du siehst auf Wellen viele Lichter.
Die Sonne scheint. Wie gut das tut!
Da tanzen Worte, sieh! Der Dichter
verliert sie und er schöpft sich Mut.
Er hat sein Innres preis gegeben
wie dieser Wind, der Wellen Leben
verspricht, damit sie munter werden.
Dem Dichter schwebt das Gleiche vor:
Er legt in jedes Wort Gebärden
und öffnet Fremden leis sein Tor ...


Schakim

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