2008-10-31

Märchen

Von schakim @ 23:51 [ Divers ]



Jetzt weiss ich, wie's zum Märchen kommt:
Wenn sich die Seelen treffen,
dann schimmern sie, vom Gold besonnt
in einem blauen Schatten.
Ich weiss nicht, wie es dir geschieht -
Ich seh die Blumen blühen.
Ein seltsam wunderbares Lied
bewegt in mir die Wellen.
Ich staune wie ein junger Schwan,
der Zauber hält gefangen.
Wer kreuzt da meine Umlaufbahn
im Reich der bunten Träume?
Ein Stern, der neu geboren ist,
will wie ein Leuchtturm blinken.
Wenn einer jetzt die Zeit vergisst,
dann, weil die Märchen winken.


Schakim

Durchblick

Von schakim @ 18:09 [ Divers ]



Ich bin ein kleiner, schwarzer Moor
auf Elefantenfüssen.
Die Mücken flüstern mir ins Ohr:
Ich soll dich summend grüssen!

Natürlich mach ich das ganz brav,
du sollst es denn auch wissen,
ich werde dich, du weisses Schaf,
hoch in den Wolken küssen.

Verdichtet kann der Augenblick
die kleinen Wunder schaffen.
Nur manchmal fehlt der klare Blick
in einer Welt voll Affen.


Schakim


Cherokee

Von schakim @ 08:27 [ Divers ]



Das Feuer tanzt in einen grauen Tag,
der voller Regentropfen hängt.
Die Zeit eilt nicht und keiner drängt
mich jetzt hinaus aus meinem Taubenschlag.

Der Wüstensand, der sich auf Träume legt,
mit Wärme voll gespeichert ist,
erinnert mich, wie toll du bist -
Das Feuer wärmt, das durch den Winter trägt.

Was fühlt man mitten in der engen Brust,
wenn alles Denken still versagt,
der kleine Kummer Löcher nagt? -
Die Sehnsucht, Indianer, und die Lust.



Schakim

2008-10-30

Sonnenstrahl

Von schakim @ 22:59 [ Divers ]



Du bist ein Sonnenstrahl in meinem Leben,
ein Gastmahl für den kleinen Schmetterling.
Und während Spinnen ihre Netze weben,
verkündet mir dein Licht ein "Sing!" und "Spring!"
Das "Tischlein deck dich" sollst du niemals sein,
das Früchtlein aber wie die Fleischtomaten.
Du funkelst tief, ganz tief ins Herz hinein -
Wie's enden wird, das will ich nicht erraten.

Noch weiss ich kaum, was meine Träume suchen,
das eine aber weiss ich, dass wir sind!
Du bist Verlockung, buntes Laub der Buchen,
und deine Farben wirbelt mir der Wind
mit einem Brausen tief ins Herz hinein.
Ich staune, weiss nicht, was geschieht - dein Lachen
entführt ins Labyrinth voll Sonnenschein -
Längst bin ich angesengt von dir, mein Drachen.


Schakim


Kein Schwein

Von schakim @ 08:26 [ Divers ]



Wenn ich die ersten Lieder singe in einen neuen Tag,
dem Reh gleich über Wiesen springe und denk
"Es kommt, wie's mag.", verharr ich stille und kein Schwein
das hört mich, schaut zu mir herein.

Wenn ich im Seelenschaumbad bade in meinem schönen Traum,
empfind ich Nüsse knacken fade, denn sieh:
"Wer will die Nuss?" - Die Sonne pack ich wieder ein
für mich und denke: "Ich hab Schwein!"

Wenn meine Bilder laufen lernen, sie fallen vor dich hin,
verglühen gleich den Sternen oben - Wer hört
das Knistern und wer kippt das Wasser in die Glut?
Es reicht mir nicht, das bisschen Mut ...


Schakim

2008-10-29

Schräge Vögel

Von schakim @ 23:07 [ Divers ]



Wer kennt die schrägen Vögel nicht,
die in der Welt rumeiern?
Sie machen Blau und feiern
mit Masken im Gesicht.

Sie streuen gute Laune aus
selbst noch an Regentagen.
Sie haben Mut und wagen
sich aus dem Schneckenhaus.

Die Masse aber staunt und sinnt:
Wohin nur soll das führen? -
Man muss es selber spüren,
wenn einer lacht und spinnt.

Auf einmal taut die Seele auf,
die schweigend still verharrte,
sie ruft zum "Vogel": "Warte,
jetzt bin ich auch wohlauf!"

So machen schräge Vögel Sinn -
Ein Bild voll Emotionen,
wo Blicke sich noch lohnen -
Und plumps, schon fällt man hin ...


Schakim



















2008-10-28

Schwerelos

Von schakim @ 22:21 [ Divers ]



Ich seh sie spielen auf dem Platz,
die einen gross, die andern klein -
Darunter tummelt sich mein Schatz
in seinen Traum hinein.

Er springt und hüpft, fast schwerelos -
Mir geistert vieles durch den Sinn:
Als Kind, da wünscht man sich schnell gross,
versteht kaum das "Ich bin".

Versunken in ein schönes Spiel -
Wie fühlt man sich geliebt!
Noch fern von Ehrgeiz und dem Ziel -
Nicht wissend, was es gibt ...

Das unbeschwerte, kleine Glück
empfindet nur ein Kind.
Ich fühle meinen Krötenblick,
den Neid, der in mich dringt:

Ich wäre gerne Kind und Traum
und streck sie aus, die Hand,
berühr mit ihr des Traumes Saum -
Mein Schatz kommt hergerannt.

Jetzt sind wir beide schwerelos
und schillern Seifenblasen gleich.
Der Boden fühlt sich an wie Moos
in unserm Zauberreich.


Schakim

verherrlicht

Von schakim @ 08:47 [ Divers ]



Du siehst ihn, denkst, er sei ein Held,
gemacht für deine Träume,
beachtest dabei nicht die Welt:
Auf ihr, da wachsen Bäume
wie über dir ein Sternenzelt.

So steht nur einer voll im Licht,
verherrlicht durch dein Denken,
er strahlt dir in dein Angesicht -
Du willst dein Herz ihm schenken
und spürst, wie alles Schweigen bricht.

Die Worte fliegen locker, leicht,
sie scheinen fast verdorben -
Sie haben längst sein Herz erreicht,
doch deines ist gestorben,
weil hinter dir ein Schatten schleicht.

Die Vögel singen dir ein Lied:
Der Teufel liebt das Spielen,
er weiss, wie schnell ein Herz verblüht
und sammelt all die vielen -
Du ahnst noch kaum, was dann geschieht ...

Du hast dein Herz oft aufgemacht -
Das Blatt, es wird sich wenden -
Ein Stern verglüht - der Himmel lacht -
Wie wird das alles enden?
Wer trennt von deinem Traum die Nacht ...


Schakim

2008-10-26

Witch

Von schakim @ 21:13 [ Divers ]



Kann die Farben nicht mehr tunken
in der herbstlichen Natur
und es fehlen mir die Unken -
Keine zeigt die kleinste Spur.
Also, schweigt jetzt meine Seele
in der blattgefärbten Welt?
Oder öffnet sich die Kehle
so, als wär's ein Sternenzelt?

Jag mit Besen übern Hügel,
setz mich auf den Haufen Laub,
lache blendend aus dem Spiegel,
bin auf beiden Ohren taub.
Hinterm Mond verlier ich Spuren,
vor ihm aber sink ich ein -
Hexen bleiben Frohnaturen,
möchten gar nicht anders sein!

Manchmal meldet sich ein Richter,
nur ein Richter, nicht ein Feind,
sitzt dann am Geschehen dichter,
dichter wohl als manch ein Freund.
Ach, mir stehn die Wege offen,
bin doch eine Hexenbraut -
Oft von fremder Kunst besoffen,
wart ich bis der Morgen graut.

Müde von dem Mond umrunden,
land ich in der Sonne Glut,
diese brennt mir tiefe Wunden,
und es tropft vom Himmel Blut.
Wenn es aus den Wolken funkelt,
fühl ich tiefe Lust und Not.
Während meine Seele dunkelt,
klettert sanft das Morgenrot.


Schakim

2008-10-25

Seelenlos

Von schakim @ 20:42 [ Divers ]




Seelenlose Landschaft jagt die Faust,
innres Meer, das jagt nach draussen, braust.
Müssen Bilder denn gefallen und das Wort?
Ist Geschmack nicht jedem eigen wie der Ort,
wo sich wohnen lässt und leben - Leben zeigt!
Weisst du was, wie zeigt der Mensch sich, wenn er schweigt?

Manchmal möcht ich einfach nur noch sein
schweigend stille Nacht im Mondenschein
oder schwirrend schillernd wie ein Kolibri -
Sinnbildlich erreichen kann ich diesen nie!
Eingekehrter wird der Mensch, besinnlich auch,
steht er schnuppernd unter einem Blütenstrauch.

Stell den Mensch dir ohne Hülle vor -
Fehlt da nicht ein Klang fürs Innenohr?
Freiheit geht mir über alles, auch im Tun.
Erst "gestorben" frei sein, das bedeutet "ruhn"
ohne Seele - Himmel oder Hölle - gleich.
Lebend Leben zeigen, lieben, macht uns reich.


Schakim

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