Erkennungswert
Geliebtes Bild - du bist die Welt,
an der mein Herzen hängt,
die Wunder preis gibt und sich stellt,
die selbstlos sich verschenkt.
Wer hat dich mir ins Herz gepflanzt?
Wer meisselt dich in Stein?
Ich fühl dich, wenn die Sonne tanzt,
sie lädt zum Tanzen ein.
Schakim
Drachenbaum
Ich bin ein kleiner Drachenbaum
und seh vor Drachen Drachen kaum.
Sie wachsen aus mir in den Raum -
Ich streif sie ab als Traum wie Schaum.
Schakim
Glänzen
Ich laufe waldwärts und ich weine
ins Sonnenlicht an einem Wintertag.
Die Tränen fallen, werden Steine
mit einem Glanz, der nicht gefallen mag.
Ich hör den Specht ganz hungrig klopfen -
Sein Klopfen lockt mich hin zu ihm geschwind.
Der Wind verschleppt die Tränentropfen.
Ich hüpf in meinen Schatten wie ein Kind.
Ich springe schnell und immer schneller,
als trügen meine Füsse kein Gewicht,
und meine Stimmung zeigt sich heller -
Zu hell! Weil keine Träne mehr ausbricht.
Der Specht verschwindet. Still! Ich lausche
in einen nackten, kahlen Winterwald.
Wenn ich hier all mein Fühlen tausche,
dann knackst und knirscht es majestätisch alt.
Schakim
Konkret
Du sagst mir dies und meinst doch das -
Ich frage "wie?", versteh kaum was -
Konkret, was willst du mir beweisen,
dass dir die Worte oft entgleisen?
Die Antwort scheint mir gar verwirrt,
ein Glühwürmchen, das sich verirrt -
Vergnügt man sich im Wortespielen,
da kann eins schon daneben zielen.
Schakim
Jedem das Seine
Jedem ein Quentchen Gerechtigkeit.
Jedem ein Wörtchen und jedem Zeit.
Schwer und viel schwerer noch ist Verstehn,
warum wir Menschen als Teufel sehn ...
Schakim
Vagabund
Der Himmel schreibt ihm täglich neu Gedichte.
Er möchte dieses Leben nie vermissen,
er will die Welt bereisen und sie küssen
und seine Träume sind bescheiden, schlichte.
Er liebt das Bild, wenn tausend Mücken tanzen
am Fluss, im Wald, auf sonnenwarmen Felsen.
Er riecht an tausend märchenhaften Pflanzen,
verfolgt die Störche mit den langen Hälsen.
Er sucht wie alle Menschen innren Frieden
und sieht in Regentropfen Sterne fallen.
Er lebt die Träume und er wünscht sie allen
und bleibt doch rastlos hin- und her getrieben.
Schakim
Spelunkenfieber
Er nennt's "Spelunkenfieber" und er hebt sein Glas
als wär's ein Gegenstand, der kostbar ist.
Er fühlt sich minderwertig und vergisst
das Trübsalblasen durch den angetrunknen Spass.
Im fremden Lachen finden seine Träume Halt,
die Wirklichkeit verschwimmt und wirkt verzerrt.
Er meint, er sei vom Leben ausgesperrt.
Da ruft der Wirt: " Es ist genug! Es reicht nun! Halt!"
"Spelunkenfieber" packt ihn, wenn er traurig ist,
es öffnet ihm die kleine Tür zum Spass.
Er prostet Fremden zu und hebt sein Glas,
solange bis er seinen grossen Schmerz vergisst.
Schakim
Streifzug
Sie schreiten langsam unter einem Silberhimmel -
Die Spuren sind schnell windverweht - man kann nichts sehen.
Doch muss man immer alles sammeln wie Trophäen?
Das fragt mit grossen Augen int'ressiert ein Lümmel.
Kamele trotten still, sie machen kaum Geräusche
im feinen Sand - Ich weiss es, dass ich mich nicht täusche!
Ich streife wie ein kleines Kind umher. - Erinnern
an Schokoladezeiten löst in mir ein Wimmern
aus. Wie verbleichen doch die Bilder einer Ferne!
Wie sind die Sonnenuntergänge ohne Leben!
Gedanken fliegen wie die Motten zur Laterne
und können keines dieser Bilder weitergeben.
Schakim
vielleicht
Vielleicht sind die Gedanken schwarz.
Vielleicht tropft ja vom Baum nur Harz.
Bernstein kann es wohl kaum schon sein.
Mücken kleben im Hirn als Reim.
Eher ist es sogar ein Wolf.
Jemand spielt mit viel Eifer Golf.
Weisse Bälle im Schnee versteckt
ruhen kalt dort und unentdeckt.
Dunkle Schafe in tiefer Nacht
haben hunderte hell gelacht.
Wilde Träume entstehen kaum,
alles ist doch schon längst ein Traum.
Schakim
Auf der Suche nach etwas Halt
Ich komme, ich komme, ich komme zu dir.
Ich werde es finden das Glück!
Verstummen die Töne aus deinem Revier,
so kehre ich leise zurück.
Nicht Sonne, nicht Mond, nur das Herzklopfen zählt,
ich nehme es wahr als Gesang.
Du strauchelst und fällst in die Hölle, die quält
und suchst doch nur Halt irgendwann.
Schakim