2009-03-21

Tapsig

Von schakim @ 10:36 [ Divers ]



"Ich bin der Frühling", bläst der Wind
und fegt durch alte Strassen,
"ich kitzle jedes Blütenkind,
den Menschen ihre Nasen!
Ich tanz mit warmem Sonnenlicht
und setz euch Anmut ins Gesicht."

Ein morgenmüder Vogel streckt
die Flügel leicht erbebend.
Er fühlt die Sonne, wie sie leckt
und sich am Boden klebend.
Das ganze Leben wird ein Freu'n,
wenn sich die ersten Blüten streu'n.

Aus kahlen Ästen treibt das Grün -
Noch fehlen lange Schatten.
Die ersten prallen Knospen blühn
versteckt in feuchten Matten.
Ein Fragenkatalog entsteht,
durch den der Frühling tapsig geht.


Schakim

2009-03-16

Märzmoos

Von schakim @ 08:13 [ Divers ]



Auf brauner Erde grünt das Moos.
und bildet einen weichen Schoss,
darüber kriecht ein kleiner Schneck -
An Schuhen klebt längst feuchter Dreck.

Im Teich, dem Wasserlinsenbad,
versammeln sich die Frösche grad
und legen ihren ersten Laich -
Wie lebt der Frühling auf! Wie reich!

Die Sonne glänzt im alten Laub
und spielt mit jedem Körnlein Staub.
Die Spechte trommeln durch den Wald -
Sie locken Leute - Jung und Alt.


Schakim

2009-03-12

Ab ...

Von schakim @ 08:13 [ Divers ]




Ab in den Frühling, hinaus zu dir!
Alle Gesänge gehören mir!
Und erst die Blumen, die süssen,
sieh, wie sie nickend uns grüssen!

Ab und den Himmel umarmen - spiel
mit dem verlorenen Federkiel!
Ist es nicht schön, wie die Mücken
tänzerisch leicht sich ausdrücken?

Ab mit dem Blick, den Natur dich lehrt,
staune, wie Fülle neu wiederkehrt!
Kurz noch nach Luft erst gerungen,
wirst du mit Kraft nun durchdrungen.


Schakim

2009-03-11

B

Von schakim @ 08:52 [ Divers ]



Betrachte kurz dein Spiegelbild.
Was kannst du wirklich sehn?
Verschlägt es dir die Sprache nun,
du willst es nicht verstehn?

Wer steckt in dieser Hülle bloss?
Wer schaut so fragend drein?
Der Mensch erscheint dir unbekannt
als wär's ein Stolperstein.

Jetzt öffne deinen Mund und sprich!
Erzähl ihm, was du siehst!
Betrachte dich, dein Spiegelbild,
das freche, kleine Biest.


Schakim

2009-03-10

Unbekannt

Von schakim @ 08:46 [ Divers ]


Sind dir die Farben unbekannt?
Führen sie dich in ein fremdes Land?
Staunst du am Morgen, wenn du siehst,
wie sich die Sonne ins Blaue liest?
Nächte verstecken diese Pracht.

Fühlst du die Farben ohne Blick?
Wärmt nicht die Sonne - welch starker Strick!
Nimm es doch wahr, was da geschieht,
wenn aus der Nacht ein Morgen aufblüht!
Leben erwacht, es küsst dich sacht.


Schakim

2009-03-07

Winters Sterben

Von schakim @ 16:48 [ Divers ]




Der Winter liegt im Sterben.
Der Frühling lacht und greift
nach Blumen und Gebärden -
Längst keimt die Saat und reift ...

Der Himmel schickt sein Leuchten
sanft ins Geäst, das kahl,
wo schwarze Raben beichten:
"Wie schmeckt der Müllsack schal!"

Bald wird der Kuckuck singen,
ein warmes Lüftlein wehn -
Bald wird er uns durchdringen,
der Frühling - ach, wie schön!


Schakim


2009-03-05

Schmunzeln

Von schakim @ 09:37 [ Divers ]



Vorbei die Nacht und mit ihr Flüge einer Eule,
die Schatten warf ins Mondlicht und in Sterne,
vorbei die Träume und in Träumen Ferne -
Was bleibt, das ist am wirren Kopf die kleine Beule
und unbeachtet eine schwarze Blechlaterne.

Zum Fenster kriecht ein Regenduft herein, wird Wehen.
Ein Tröpfeln produziert ihm eigne Lieder.
Der Tag schmiegt sich an traumverwunschne Lider
und fordert auf zum Blinzeln und zum bunten Sehen -
So schleicht das Leben leise, packt und hat dich wieder!

Auf deine Lippen legt sich wissend dieses Schmunzeln,
du kennst den Ablauf, pflegst die Rituale -
Was nass ist, wandert in die Abtropfschale,
und auf der Stirne bilden sich die ersten Runzeln
um deine Beule und du spürst das Triviale ...


Schakim