Ich habe einen Strich gezogen -
Programme können heute alles.
Ich bin wie Wasser, bilde Wogen,
bin Vorhang eines Wasserfalles.
Die Striche liessen sich verbiegen,
doch dieses Mal, da sind sie grade,
wie eine Felswand glatt gestrichen,
kein Zerrbild einer krummen Wade,
nicht wie ein Foto ausgeblichen -
Ich will mich linear vergnügen.
Das Bildprogramm bestimmt Erscheinung,
das Herz die Melodie zum Trinken -
Vertrete hier nur meine Meinung,
lass Worte aus Gedichten winken.
Ich bin ein starker Baum mit Nestern,
in denen nicht nur Vögel brüten;
es lassen sich auch Mücken finden -
Was soll ich tun, kann 's nicht verbieten,
sie wollen einfach nicht verschwinden -
Mir bleibt mein Mundwerk, um zu lästern!
Auch Stau, den gibt es hin- und wieder!
Bei diesen Dingen aus den Lüften.
Nicht alle singen fröhlich Lieder
und schmeicheln mit den süssen Düften.
Ich suche manchmal Zeit zum Lauschen
und oft gelingt's beim Nieselregen.
Ich bin ein Baum zum Früchte pflücken -
Natürlich sträub' ich mich dagegen -
Es kann nicht immer alles glücken,
wenn Sonnenstrahlen mich berauschen.
Auch Bildprogramme fordern Warten
und etwas Zeit, da sie verwirren.
Ich muss den PC öfters starten,
weil plötzlich zu viel Vögel schwirren ...
Ich fühl mich dann fast wie erschlagen,
als hätt' ein Sturm mich durchgeschüttelt.
Die Früchte plumpsen auf den Boden,
weil alles an den Ästen rüttelt.
Erfolgreich scheinen die Methoden -
Ich halt es aus und will nicht klagen.
Schakim