2009-11-30

Vogelfrei

Von schakim @ 08:18 [ Divers ]




Ich bleibe, was ich immer war, ein Träumer,
in meinen Träumen bin ich vogelfrei.
Ihr nennt mich längst den endlos langen Reimer,
was andre denken ist mir einerlei.

Die Worte fliessen wie die Regentropfen.
Aus meinem Herzen hämmert sich ein Specht.
Ich hör sein unermüdlich lautes Klopfen -
Die Spuren, die er hinterlässt, sind echt.

Ich fühle mich wie alte, hohe Bäume,
die windzerzaust und sonnenhungrig stehn.
Ich glaube, dass es Sinn macht, dieses Träumen,
so kann der Mensch die eignen Wege gehn ...


Schakim

2009-11-29

Leichtigkeit

Von schakim @ 17:54 [ Divers ]



Jetzt sieht man wieder jedes Nest,
in welches kalte Winde blasen -
Nur sind sie leider leer zum Fest -
Nicht dieses Fest der Osterhasen,
das, welches Kerzen leuchten lässt!

Das bunte Vogelvolk ist fort -
Es fehlt das Zwitschern, Jubilieren,
das Leichtigkeit versprüht am Ort.
Bald wird der Schnee die Welt garnieren,
denn frostig klirrt schon manches Wort.

Die Bäume sind so nackt und kahl,
erst abends schimmern Lichterketten.
Der Mond dazwischen flimmert fahl
und tanzt aus weichen Wolkenbetten.
Der Zauber wirkt schon fast banal.

Mit Leichtigkeit verweht ein Traum,
denn hinter ihm, da steht ein neuer:
Ein reich geschmückter Weihnachtsbaum
im Glanz geheimer Wünsche, scheuer,
verwandelt Mensch und Tier im Raum.



Schakim

2009-11-19

Staunen

Von schakim @ 22:08 [ Divers ]


Wie kann man heute noch staunen?
Webe die Netze!
Lebe und schätze
die überraschenden Launen
des Himmels, der über dir lacht.

Da blühen Träume! Erwache!
Greife nach ihnen!
Summe wie Bienen,
erhelle Herzen - selbst schwache -,
bevor sie verdunkeln zur Nacht.

Du lauschst in rauschende Bäume.
Vögel betören -
Lerne zu hören!
Und öffne seelische Räume
behutsam und sorgfältig, sacht.


Schakim

2009-11-15

Sprachen

Von schakim @ 19:20 [ Divers ]



Gebärden und ein warmer Händedruck,
ein Augenzwinkern - braucht es da noch Worte?
Ein Wangenkuss so warm une weich wie Flaum -
Es gibt im Leben mehr als nur verdorrte
und runzlig alte Früchte hoch im Baum.

Der Mensch beherrscht gar manchen Augenblick,
nur, wenn es darum geht auch zu verstehen,
da dreht er sich auf einmal um und weint,
versucht im fremden Herzen das zu sehen,
das immer wieder Menschen neu vereint.

Die Sterne glänzen weit und schimmern hell,
verträumt erkennt man sich im Gegenüber.
Mit vielen Wünschen wacht man plötzlich auf
und transportiert in fremden Sprachen Lieder.
So formt das Schicksal jeden Lebenslauf.


Schakim

2009-11-12

Nacht

Von schakim @ 23:47 [ Divers ]



Nacht, du dunkelst vor dich hin und spielst mit Licht
und du gibst mit diesem Licht mir ein Gesicht.
Nacht, ich will nach deinem Sternenmantel greifen
und berühre nur die schwarzen Gummireifen.

Nacht, du hast die kalten Winde eingestellt,
zeigst dich friedlich und gelassen meiner Welt:
Tausend kleine Einsamkeiten muss ich gehen,
um die wahre Schönheit in dir, Nacht, zu sehen.

Nacht, du bist nicht immer friedlich und so sanft,
manchmal braust du wie ein Zug, der wütend stampft.
Ja, ich weiss, du Nacht, du kannst nicht immer munden -
Um das einzusehen braucht es keine Stunden ...

Nacht, du machst das Leben langsam und so leicht,
nimmst mich mit in einen Traum, bis dieser weicht.
Wenn es dämmert hörst du mich verschlafen stammeln:
Nacht, du machst mich reich, ich will zig Träume sammeln.


Schakim

2009-11-10

Träumer

Von schakim @ 23:38 [ Divers ]



Träumer sind wir immer wieder,
manchmal fröhlich und zu laut -
Unter unsrer Schicksalshaut
häufen sich auch Trauerlieder,
welche leise und verschwiegen
tiefer graben, um zu siegen.

Sanft, ganz sanft auf grossen Schwingen,
irgenwie auch ungenau
gleitet Wehmut tief ins Grau
und verklingt als hohles Singen,
welches allen Menschen eigen -
Träumer sind wir gern und schweigen.


Schakim

2009-11-07

Traum in Traum

Von schakim @ 14:25 [ Divers ]



Ich träume mich in deinen Traum seit Tagen,
ich fliege durch die Luft und bis zum Mond.
Dort oben steh ich vor ganz vielen Fragen
und ob sich diese Reise wirklich lohnt.
Ich träume mich an deine Sonnenseiten,
in solchen Träumen werd' ich echsenwarm.
Ich fühl die Schatten nicht, die uns begleiten,
die schwarzen Schatten wie ein Vogelschwarm.
Ich kann und will die Träume nicht mehr bremsen,
denn träumend erst beginnt mein Landschaftsbild,
da existiert nicht Willkür, keine Grenzen -
Ein Lausbub führt doch immer was im Schild.


Schakim

2009-11-04

Das ist das Ende

Von schakim @ 13:07 [ Divers ]



Das ist das Ende - sagt er - alles ist verloren,
ich fühl es tief, ganz tief in meinem Herz.
Man kann den Braten nicht in alle Ewigkeiten schmoren -
Ich muss nun weitergehen, diesen Weg vor mir - vorwärts!
Das ist das Ende und ich fühle einen frischen Wind,
der mir durch alle Glieder fährt und mich auf seine Reise nimmt.


Schakim

2009-11-03

Es regnet Gold

Von schakim @ 08:15 [ Divers ]



Macht dich dieser Herbst nicht auch verlegen?
Spürst du deine Glieder hin- und wieder kalt?
Und spazierst du deinem Traum entgegen
voller Zuversicht in einen bunten Wald?
Nimmt das Gold dich mit auf eine Reise?
Will es dir Vergänglichkeiten zeigen?
Flüstert jedes Blättlein heimlich, leise
und verfällst du immer mehr in Schweigen?
Jahreszeiten geben dir Vertrauen:
Alles kommt und wird auch wieder gehen.
Regnet's Gold auf Wiesen und auf Auen,
spürst du Wundern nach, lernst zu verstehen ...


Schakim

2009-11-02

Aufbruch

Von schakim @ 08:09 [ Divers ]



Du sagst, du weisst nicht, wie es weitergeht,
erklärst mir, Wind, der weht und niemals steht,
bedeutet dir sehr viel wie Schlaf und Ruh.
Und ich, ich sage du, ich hör' dir zu,
geniesse jeden Augenblick mit dir
und folge dir wie Licht im Jetzt und Hier.

In Aufbruchsstimmung sind wir immer neu,
es duftet wie nach frischem Wiesenheu.
Ich kann die blauen Enziane sehn,
die windgedrückt auf Bergesrücken stehn.
Wenn eine Stimmung niemals von dir weicht,
dann fühlst du dich unheimlich glücklich, leicht!

Du schaust von einer Brücke, spürst den Sog,
ein Augenblick als Traum: Ein Vogel flog
wie immer federwolkenspürbar leicht -
Da weckt dich eine Wirklichkeit und schleicht
wie eine Katze durch die Fantasie -
In Aufbruchstimmung sind wir - spürst du sie?


Schakim